Minimalismus im Kinderzimmer

Räume sollten so gestaltet sein, dass sie aus der Perspektive des Kindes anregend und erforschbar sind. 

Das Kind hat eine unglaublich hohe Auffassungsgabe, deshalb ist es besonders wichtig es vor zu vielen Reizen zu schützen.

 

Wo liegt jedoch der Unterschied zwischen anregend und überfordernd?

 

Folgende Frage werden dabei oft thematisiert:

  • Ist es das Bedürfnis eines Kindes die Fenster mit Blumen, Bäumen, Tieren usw. angemalt zu sehen, wenn es aus dem Fenster schauen kann und reale Blumen und Bäume sehen könnte?
  • Ist es das Bedürfnis eines Babys unter einem Spielbogen zu liegen (nicht selbst in der Lage sich aus der Situation zurückzuziehen) und ein Mobile direkt über seinem Gesicht zu sehen?
  • Ist es das Bedürfnis eines Kindes / Babys auf einem Teppich zu sein, der bunt und voller Muster ist, so dass es das Spielmaterial kaum erkennt?
  • Ist es das Bedürfnis eines Kindes viele Bilder an den Wänden zu sehen, welche für Ablenkung und Unruhe sorgen (und meistens zu hoch für Kinderaugen hängen)? 
  • Ist es das Bedürfnis eines Babys auf einer bunten, weichen und unebenen Krabbeldecke zu liegen, welche die Bewegung erschwert und die Realität verfälscht?

Dies sind nur einige Inputs, welche wir uns überlegen sollten. Oft werden dem Kind gut gemeinte, tolle Spielsachen angeboten, verschiedene Dekorationen und Basteleien präsentiert. In diesem Zusammenhang ist weniger mehr!

 

Wie gelingt es mir ein Kinderzimmer bewusst wahrzunehmen?

  • Auf Kinderhöhe bewusst durch das Kinderzimmer gehen. Wie wirken die verschiedenen Utensilien? Auf welcher Höhe sind die Materialien? Finde ich die Dekoration ansprechend oder dient sie dem Kind?
  • Selber auf die Krabbeldecke liegen und sich das Mobile direkt über das Gesicht hängen. Wie wirkt es, wenn ich auf der Decke liege und Personen um mich herum gehen? Fühle ich mich wohl am Ort an welchem die Decke liegt?

Dem Kind steht die alltägliche Umgebung zur Verfügung, um sich zu orientieren. Deshalb ist es wichtig diese nach den Bedürfnissen des Kindes zu gestalten.

 

Wie gelingt es mir das Kind nicht zu überreizen?

  • Das Spielmaterial regelmässig den Bedürfnissen des Kindes anpassen (gewisse Sachen verstauen und austauschen).
  • Unnötige Dekoration auf ein Minimum reduzieren.
  • Textilien wählen, welche qualitativ gut und neutral in den Farben sind.
  • Natürliches Spielmaterial ohne Effekte wählen (Geräusch, Licht, Bewegung).
  • Durch freie Fenster Naturerlebnisse und Wetterbeobachtungen zulassen.

 

Ästhetik ist erlaubt, natürlich darf es auch etwas sein das uns Erwachsenen gefällt, jedoch nicht zu viel. 

Reizarme Räume ermöglichen dem Kind sich ganzheitlich auf das Erkunden des Spielmateriales zu konzentrieren. Schenken wir dem Kind Vertrauen und Respekt, indem wir es mit realitätsgetreuen und hochwertigen Materialien erforschen lassen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hana (Montag, 06 April 2020 11:45)

    Gefällt mir sehr gut! Euere Philosophie finde ich sehr wichtig in unserer reizüberfluteten Zeit! Hoffe ihr erreicht mit eurem Blog viele junge Familien und solche die es noch werden möchten.